Das Pfadfinderzentrum Donnerskopf. [Teil 1]

Das Pfadfinderzentrum Donnerskopf. [Teil2]Pfadfinderzentrum Donnerskopf

Das Pfadfinderzentrum Donnerskopf. [Teil 3]

Vom Warnamt zum Pfadfinderzentrum

Relikt des Kalten Krieges

Alter Funkturm des Warnamts VI.

Seit 1997 betreibt der VCP Hessen auf dem Gelände des ehemaligen Warnamts VI in Bodenrod eine Jugendbildungsstätte. Zahlreiche Um- und Ausbaumaßnahmen machten das Relikt des Kalten Krieges zu einem funktionalen und gut ausgestatteten Zentrum für Freizeiten und Schulungen. Durch das Mieten und den späteren Ankauf der Liegenschaft war es möglich, die Einrichtung des Zivilschutzes der Bundesrepublik Deutschland umzuwidmen zu einer Stätte der Begegnung und jugendlichen Engagements. Dem VCP ist es gelungen, durch eine Mischung aus Umbau und Bewahrung des ursprünglichen Zustands eine Anlage mit ganz besonderem Reiz zu schaffen.

Ein Amt zum Warnen

Der ABC-Stab im alten Warnamtsbunker.

Erbaut wurde das Warnamt VI Mitte der 1960er Jahre, in der Hochphase des Kalten Krieges als Einrichtung des Zivilen Warndienstes der BRD. Im Katastrophenfalle eines atomaren, biologischen oder chemischen Unglücks oder Angriffs hätten von diesem Warnamt aus die Sirenen in ganz Hessen ausgelöst werden können. Stetige Messungen der Luft und eine Überwachung des Luftraums sollten eine schnelle Warnung der Bevölkerung und eine Koordination von Evakuierungsmaßnahmen ermöglichen.

Über das Gebiet der Bundesrepublik verteilt existierten bis dahin zehn Warnämter, die alle mit einem großen Funkturm und einem unterirdischen Bunker ausgestattet waren. Während der Turm das Gesicht auch des Donnerskopfes schon von weitem prägt, tritt der Bunker nur durch die große Betonoberfläche in Erscheinung, die einen idealen Parkplatz darstellt.

Ein altes Foto des großen Lageraum mit seiner Glaskarte im Bunker von Warnamt VI

Mit dem Ende der Bedrohung des Kalten Krieges war auch das bisherige System des Zivilschutzes überholt. Die Aufgaben konnten nun von einer zentralen Stelle wahrgenommen werden.

Auf dem Gelände des Donnerskopfes existieren noch zahlreiche Zeugnisse der früheren Funktion, ohne jedoch das Gesamtbild zu sehr zu bestimmen. Mit der Umnutzung zum Pfadfinderzentrum hat eine neue Ära begonnen, in der die frühere Funktion als Mahnung zum Frieden und zur Verständigung verstanden wird.

Zentrum im Wandel

Bauarbeiten für den großen Veranstaltungsraum auf dem großen Haus.

Seit dem Einzug 1997 zeugen bereits zahlreiche Um- und Ausbauten von der Kraft des ehrenamtlichen Engagements der Pfadfinderinnen und Pfadfinder: das kleine Haus, ein ehemaliges Verwaltungsgebäude, wurde so ausgebaut, dass es als unabhängiges Selbstversorgerhaus genutzt werden kann. Das große Haus bekam unter anderem eine Kellerbar und Werkstatträume eingebaut. Mit der Sippenunterkunft entstand ein Raum um in kleinen Gruppen auch spontan Platz zu finden. Die auffälligste Veränderung ist aber der Anbau eines Treppenhauses und die Aufstockung des Dachs des großen Hauses. Unter dem ausgebauten Dachstuhl finden künftig Gruppen bis zu 150 Personen Platz für Tagungen oder Theateraufführungen und Konzerte.

Visionen

Es gibt noch viele Visionen für das Pfadfinderzentrum. Eine davon ist der Umweltschutz. Intensive Planungen befassen sich mit der Entwicklung der ökologischen Nachhaltigkeit, z.B. im Bereich von Heizung und Energie. Der Wechsel zu einem Stromversorger ohne Atomstrom war hier bereits ein erster Schritt. Zugegeben: Ein Gebäude aus den 1960er Jahren bietet noch großes Potenzial in Fragen der Energieeffizienz... Wir bleiben dran.